Sonntag, 3. November 2013

The Good Life

Kia Ora!

Erst einmal: Es tut mir sehr Leid, dass ich so ewig nichts mehr geschrieben habe - die letzten Wochen waren irgendwie entweder sehr geschäftig oder ich war zu faul/müde um mein deutsches Vokabular und die dazugehörige Grammatik hervorzukramen.
Nun aber melde ich mich mal wieder zurück. Was ist so los gewesen in den letzten Wochen? Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr an alles erinnern, aber ich versuche es. Oktober war für mich ein vielbeschäftigter Monat, darüber bin ich auch froh. Er war geprägt von Treffen und Unternehmungen mit anderen Au Pairs, deren Erzählungen für mich eine Phase der Selbstreflexion einleiteten. Nicht ohne Grund heißt meine Überschrift: The Good Life.
Denn genau das habe ich hier, und es wird mir immer bewusster. Ein richtig gutes Leben. Es gab so einige Momente diesen Monat, da wirkte alles fast ein wenig surreal. Man trifft sich zum Frühstück auf Mount Eden und schaut nach dem Erklimmen des grünen Hügels (erloschener Vulkan) auf Auckland hinab, verbringt einen Sonntag auf dem indischen Diwali Festival und genießt die leckeren Speisen, fährt für Fish& Chips (und später auch Frozen Yoghurt- yum!) nach Mission Bay, steht mit hochgekrempelten Hosenbeinen im klaren Wasser, den Strand hinter sich und Rangitoto Island am Horizont, die warme Sonne strahlt einem auf den Körper und es fühlt sich ein wenig an wie ein Italien Urlaub...
Dank Facebook ist es mittlerweile für mich relativ einfach mich mit anderen Leuten zu treffen und so langsam etablieren sich auch erste "Langzeit"-Bekanntschaften. Dazu gehören unter anderem drei Lisas - sehr verwirrend manchmal!
Am Wochende vom 26.-28. Oktober war Labour Weekend, ein langes Wochenende dank einem Feiertag am Montag. Da ich frei hatte und man solche Gelegenheiten nicht verschwenden sollte, beschloss ich einen Trip mit ein paar anderen Mädels zu planen. Mit viel Chaos, Geduld und gefühlten eintausend Facebooknachrichten schafften wir es dann auch tatsächlich alles (wenn auch recht Last-Minute) zu planen und zu buchen. Das Ziel: Taupo.
Taupo liegt relativ in der Mitte der Nordinsel, ca. 70km entfernt von Rotorua. Es ist vor allem bekannt für seinen See, Lake Taupo, der ungefähr so groß wie Singapur ist. Außerdem ist es eine Vulkangegend und daher unter anderem auch reich an geothermalen Attraktionen. Für den Trip habe ich dann das erste Mal ein Auto gemietet, was auch recht gut geklappt hat. Am Samstagmorgen trafen wir uns bei der Vermietung und nach einem kurzen Einchecken, Verstauen unseres Gepäcks und Wahl des ersten Fahrers ging es dann auch schon los. Unser Gefährt war ein silberner Nissan Bluebird, das wir später auf den Namen "Wilma" tauften (Papa's Einfluss. Ich hatte ein langgezogenes "Wiiiiilmaaa" im Kopf und der Vorschlag wurde angenommen). Auch wenn man bei Wilma das Gaspedal ab und an mal ganz durchdrücken musste um Fahrt aufzunehmen und die Bremsen das ein oder andere Quietschen von sich gaben, fuhr sie doch ordentlich und zuverlässig. Auf der Rückbank war es auch richtig "cozy", es wurde einem definitiv nicht kalt bei so viel Nähe zum Sitznachbarn. Nach einem kleinen Zwischenstop fürs Frühstück und einem Fahrerwechsel ging es weiter nach Taupo. Von Auckland aus braucht man ca. 4 Stunden um dort hin zu fahren. Selbst mit Pause lagen wir sehr gut in der Zeit und kamen sogar früher als erwartet an. Wir haben uns kein einziges Mal verfahren!
Im Hostel angekommen wurden wir sofort freundlich begrüßt und mit diversen Karten, Tipps und Vouchern ausgestattet - so sollte das immer sein! Unser Zimmer, das wir ganz für uns hatten, hatte vier Stockbetten und ein einzelnes Bett. Nach kurzer Diskussion um die Bettenverteilung, die zum Glück friedlich ablief, wurde das angrenzende Bad inspiziert (und für gut befunden). Einen kurzen Trip zum nahen Supermarkt später war es auch schon Zeit sich für die geplante Boot Cruise fertig zu machen. Für den Nachmittag hatten wir nämlich eine Cruise auf einem Segelboot über Lake Taupo geplant. Also auf zum Hafen.
Unser Kapitän begrüßte uns fröhlich und in typischer Kiwi-Manier. Man machte es sich auf den Sitzen und den Beansacks bequem, lehnte sich zurück und erwartete neugierig das Kommende. Nachdem wir noch mit warmen gefütterten Ponchos ausgestattet wurden, da es auf dem See abends recht kühl wird, ging es auch schon los. Bereits von Anfang an waren wir von der simplen Schönheit des Sees fasziniert - tiefblaues Wasser, grüne Hügel und Berge in der Ferne.
Schnell lernten wir, unsere Füße gegen die Reling zu stemmen, wenn das Schiff sich bei einer Drehung mal wieder stark auf die eine oder andere Seite lehnte. Am Anfang war man noch etwas ängstlich, bald schon liefen wir aber munter herum. Ein Crewmitglied plauderte mit uns, gab uns Tipps für unseren Aufenthalt in Taupo und der Kapitän meldete sich ab und an gut gelaunt zu Wort. Aus ein paar Lautsprechern erschallte leise Musik, was später sehr amüsant werden sollte. Als wir in einen Abschnitt mit stärkerem Wellengang gelangten, schaltete der Kapitän nämlich zur allgemeinen Belustigung "My heart will go on" ein. Wir konnten natürlich nicht widerstehen und begaben uns sofort zum Bug des Schiffes, wo wir auf einer schmalen Holzplanke balancierend standen, die Hand von der Metalreling zögerlich lösten und uns dann in Titanic Pose warfen, "Ich bin der König der Welt!"-Gefühl garantiert.
Ein wenig später erreichten wir einen weiteren beeindruckenden Teil Lake Taupos. In einer der Felswände entlang des Sees haben Künstler ein 10m hohes Gesicht im Maori Carving Stil kreiert. Eine ungewöhnliche und imponierende Erscheinung, die wir natürlich alle sofort mit unseren Kameras festhielten. Oder, in meinem Fall, versuchten. Denn just in diesem Moment beschloss meine bis dahin treue Kamera, dass sie wohl genug hatte und verabschiedete sich. Zoomfehler hieß die Diagnose. Also, Handy raus und damit weiter geknipst, auch wenn das definitiv nicht so zufrieden machte.
Nach unserem Blick auf die Felswände segelten wir in ruhigere Gewässer. Einige der Gäste an Bord starteten ein Barbecue, wir begnügten uns mit Crackern. Budget-Essen eben. Während unseres Abendessen setzte einer dieser "Ich kann nicht glauben, dass ich gerade hier bin und dies und das tue"-Momente für mich ein. Sitze ich gerade wirklich auf einem Segelboot mitten in Neuseeland, auf einem wunderschönen See, und beobachte den Sonnenuntergang?
Dass die Antwort hierzu "Ja" lautet, ist manchmal unbegreiflich.
Kurz nach dem Barbecue machten wir uns dann auch schon auf den Weg zurück zum Hafen. Die Cruise war eine vergnügliche und tolle Erfahrung, die wir definitiv jedem weiter empfehlen würden.
Da Cracker als Abendessen nicht wirklich sättigend sind, begaben wir uns danach auf Futtersuche. Es wurde jedoch bereits nach wenigen Minuten einstimmig beschlossen, dass wir uns einfach die Spaghetti mit Sauce kochen sollten, die meine Hostmum mir mitgegeben hatte. Also, auf ins Hostel. Nach dem Abendessen ging es auch bald ins Bett, da wir alle von der langen Fahrt und der Cruise ein wenig müde waren.
Am nächsten Morgen machten wir einen Abstecher in die Stadt, wo ich mir eine neue Kamera zulegte. Zuerst hatte ich Ausschau nach einer Einweg-Kamera gehalten, die mir einfach für das Wochenende gute Dienste leisten sollte. Da wir allerdings keine finden konnten und ich mir früher oder später sowieso eine neue Kamera hätte kaufen müssen, endete der Shopping Trip mit einer neuerworbenen Nikon L820 für mich. Mit neuer Kamera im Gepäck ging es auf zu den Huka Falls, einem der meistbesuchten Wasserfälle in Neuseeland. Die Wassermassen dort fließen unglaublich schnell und kraftvoll; da sehr viel Luft im Wasser eingeschlossen wird erscheinen sie außerdem beinahe eisblau bis hin zu türkis oder fast weiß.
Nach den Huka Falls ging es weiter zu den Aratiatia Rapids, einer Schleuse. Ein großer See ist hier aufgestaut. Mehrmals am Tag wird die Schleuse geöffnet und die herausschießenden Wassermengen verwandeln den angrenzenden Canyon und das ruhige Wasser darin in einen reißenden Strom - und produzieren dabei auch noch Strom!
Nachdem wir auch dieses beeindruckende Schauspiel zu Genüge bestaunt hatten, machten wir uns auf den Weg zu dem letzten geplanten Stop dieses Tages: die Hot Pools.
Da Taupo eine Vulkangegend ist gibt es dort viele heiße Quellen. Das Besondere: Auch wenn es die ein oder andere Spa-Einrichtung gibt, in der man in den Hot Pools baden kann (mit Umkleide-Kabine und solchem Luxus), so gibt es auch natürliche Hot Pools, die öffentlich zugänglich sind. Wir dachten uns: Warum dafür bezahlen, wenn es das umsonst gibt?
Also, Schwimmsachen an und auf zu den Hot Pools! Diese befinden sich an einem Seitenarm von Lake Taupo und waren mehr besucht als wir dachten, aber nicht völlig überfüllt. Niemand von uns war vorher je in natürlichen heißen Quellen gewesen, man tastete sich neugierig vor - und versank sofort mit einem zufriedenen Seufzer im Wasser. Die Hot Pools fühlen sich an wie ein angenehmes warmes/heißes Bad und man fühlt direkt wie sich die Muskeln entspannen.
Da hatte ich mich nun jahrelang nicht mehr zum Schwimmgang überreden lassen, aber Neuseeland hat eben überzeugende Argumente...wobei wir den Versuch im angrenzenden See zu schwimmen schnell aufgaben, nachdem wir feststellten wie eiskalt das Wasser im Vergleich zu den Hot Pools war. Nach einem lustigen Anziehtanz der viel "Oh bitte Handtuch, rutsch nicht runter" und Gehüpfe involvierte, hatten wir es auch alle sicher wieder in unsere Kleidung geschafft und man konnte sich- sehr entspannt und zufrieden- auf den Weg zurück zum Hostel machen. Wir beschlossen für das Abendessen indisch essen zu gehen, was sich als eine gute und leckere Entscheidung erwies.
In der Nacht schliefen wir alle tief und fest - heiße Quellen sollten immer in Reichweite sein, wir hätten sie gerne mit nach Auckland genommen....
Am nächsten Morgen legten wir noch einen kurzen Abstecher zu den Aratiatia Rapids ein, um die Wassermaßen von einem anderen Aussichtpunkt zu betrachten.
Als wir auch hier genügend Bilder gesammelt hatten, uns in der Stadt mit Essen und einer neuen CD-Sammlung für die Rückfahrt versorgt hatte, ging es auch schon zurück in "Wilma" und auf nach Auckland.
Dieser erste Roadtrip erfüllte bald auch alle Klischees - von der lautaufgedrehten Musik und dem enthusiastischen Mitsingen/Gröhlen solcher Hits wie "Whenever, Whereever" und "Sexy Back", über die obligatorische Pinkelpause bis hin zum unvermeidlichen Stau. Sechs anstrengende, aber auch amüsante, Stunden später kamen wir dann endlich wieder in Auckland an.
Wir alle fanden, dass dieser Roadtrip ein großer Spaß war und wir das bald wiederholen sollten! (Sobald wir wieder Geld haben...^^')
Auf das turbulente Wochenende folgte eine teils ruhige, teils ebenso turbulente Woche. Am Donnerstag war Halloween, die Kinder wollten natürlich verkleidet sein und meine Hostmum und ich mussten kreativ werden. Wir endeten mit einem Kissenbezug-Geist und einer Hexe - deren grüne Gesichtsfarbe ich auf Wunsch natürlich nur zu gerne herbeizauberte.
Am Abend waren wir spontan "Trick or Treating" mit Freunden der Familie. Zu unserer Belustigung fand Jess das Ganze eher spannend und wunderbar (Free Candy eben), Pip war eher eingeschüchtert von den ganzen Kostümen und TamTam.
Der Freitag begann für mich zum Glück sehr entspannt. Ich verbrachte ein paar Stunden nur mit Jess, da Vicky mit Pip ins Planetarium gegangen war. Zuerst war ich ein wenig besorgt, da ich bislang nie nur mit Jess allein war (und sie manchmal ein wenig Papa/Mama bezogen ist), aber innerhalb weniger Minuten verlor sich diese Sorge und wir kugelten gemeinsam lachend über den Boden, bauten Klötzchentürme, putzten zusammen die Fenster (meine wundervolle Jess macht das sogar gerne!) und aßen miteinander Lunch, wobei ich meine Knödel verteidigen musste. Später ging es dann noch zusammen auf in den Park und ich spendierte Jess ein Eis, was sie natürlich sehr genoß.
Für den Freitagabend hatte ich ursprünglich ein Barbecue mit anderen Au Pairs geplant, aber da das Wetter eher regnerisch aussah und die Anzahl an Antworten zu wünschen übrig ließ, entschied ich mich stattdessen mit zwei meiner drei Lisas essen zu gehen. Wir trafen uns in Ponsonby und liefen zu einem super leckeren Italiener, der glücklicherweise noch Plätze frei hatte. Nach unserem Abendessen dort bewegten wir uns ein Haus weiter zur italienischen Eisdiele und gönnten uns alle köstliche Sundaes. Der Abend machte mir richtig viel Spaß, da er mich an ähnliche Abende mit Freunden in Deutschland erinnerte. Gute Essen, Gelächter, interessante Gespräche und das Versprechen, das bald wieder zu machen - was will man mehr?
Der einzige Wermutstropfen war mein reduzierte Schlaf, da ich für den nächsten Tag eines Tagestrip geplant hatte und für diesen um sechs Uhr morgens aufstehen musste. An einem Samstag gehört sich das einfach nicht.
Mit drei anderen Mädels hatte ich bereits im September einen Voucher für einen Tagestrip zu der Bay of Islands gekauft und unsere Buchung für den 2. November gemacht. Die 4-stündige Fahrt wurde durch den Busfahrer erträglich gemacht, der uns die Fahrt über mit interessanten Details und Geschichten zu Neuseeland unterhielt. Zumindest fand ich sie interessant (die Historikerin in mir), die anderen Mädels zogen es vor ein wenig zu dösen ;-)
Wir kamen in Paihia an, einer kleinen Küstenstadt bei der Bay of Islands, deren Maori Name übersetzt so viel wie "lovely place" bedeutet. Nach einer Stunde Freizeit und sehr leckeren Pancakes als Mittagessen ging es mit dem Boot raus aufs Meer. Man konnte direkt sehen warum die Maori diesen Ort "lovely" fanden. Das im Sonnenschein glitzernde blaue Meer und die verteilten Inseln, die mal mit Bäumen bedeckt, mal Felsformationen, mal beinahe Südseeähnlich mit weißen Stränden und türkisem Wasser sind, sorgen für atemberaubende Anblicke. Das Highlight für uns war aber nicht die schöne Aussicht. Teil der Tour ist eine "Dolphin Cruise" - wenn man Glück hat. Und das hatten wir.
Delfine kamen und schwammen um das Boot herum, so unglaublich nah, dass man fast glaubte sie berühren zu können. Die meisten von uns hatten noch nie Delfine gesehen und schon gar nicht in freier Wildbahn - für uns war es ein magischer Moment.
Viel zu schnell - oder so empfanden wir es- verschwanden die Delfine wieder und wir ließen mit seligen Lächeln auf unseren Gesichtern den Rest der Cruise auf uns zu kommen. Unser Ziel war "The Hole in the Rock" eine Felsformation mit einem Loch darin, dass nicht nur für einen interessanten Anblick sorgt, sondern auch groß genug ist um mit dem Schiff hindurch zu fahren (aber klein genug um es spannend zu machen). Auf dem Weg dorthin zeigte sich, dass wir wohl ein besonders glücklicher Haufen Passagiere sein mussten, denn unerwartet kamen noch einmal Delfine zu Besuch. Diesmal standen wir auf dem unteren Deck und sie waren uns noch so viel näher als zuvor, diese wunderschönen, verspielten und dennoch wilden Kreaturen.
Als wir wieder auf unseren Sitzen saßen, kam für mich wieder einer dieser "Wow"-Momente, in denen man den aktuellen Moment reflektiert, fast so als ob man sich vom Körper für einen Moment losgelöst hätte und alles von außen betrachtet. Ich bin in Neuseeland. Ich sehe atemberaubende Landschaften. Ich treffe neue Leute, tue Dinge die ich sonst nie tun würde. Ich habe Delfine gesehen, Hügel erklommen, Inseln erkundet, bin Strände entlang geschlendert und Felsen hinaufgeklettert, um beim Lesen auf die Bucht hinauszusehen. Ich habe mich selbst überwunden und tue es jeden Tag aus Neue. Ich habe eine tolle Hostfamilie, mit der ich mich besser und besser verstehe. Ich liebe meine Hostkids, ihr Lachen, ihre Umarmungen und ihren Schabernack. Der Blick nach vorne bringt Abenteuer, Reisen und Freundschaften, die Zukunft strahlt hell - ich genieße das Leben in vollen Zügen.

Freitag, 11. Oktober 2013

An Unexpected Adventure

Jeder der Robinson Crusoe gelesen oder eine Folge der Serie "Lost" gesehen hat, weiß dass das Stranden auf einer Insel ein beliebtes Thema für Action- oder Abenteuerfilme und Bücher ist.
Als ich mich am Sonntag mit zwei anderen Mädchen (eine Franzosin und eine Deutsche, Gel und Franziska) mit der Fähre auf nach Motutapu Island machte, wussten wir noch nicht, was uns erwartete.
Mit Spannung und Vorfreude erfüllt genossen wir die Fahrt raus zu den Inseln im Harauki Gulf vor Auckland. Vorbei an Rangitoto, einer Vulkaninsel, die ein beliebtes Ziel darstellt  und die Nachbarinsel von Motutapu ist, ging es weiter zu Home Bay, dem Anlaufpunkt für Schiffe auf Motutapu. Die Neuseeländer bewiesen mal wieder ihre lockere und freundliche Art; direkt als wir vom Boot runtergingen kam einer derjenigen, die auf der Insel arbeiten, zu uns und fragte uns ob wir wissen was wir tun, wo wir hinmüssen, ob wir Wasser haben etc. und zeigte uns den Weg zu unserer gewählten Route. Außerdem lud er uns ein am Ende des Tages vor der Heimfahrt in das restaurierte Farmhaus am Home Bay Strand zu kommen und sich zu den Volunteers und Arbeitern zu gesellen, die dann ein Barbecue veranstalten wollten.
Kostenloses Essen? Immer doch! Wir hatten schon eine Route im Kopf und die sollte uns genug Zeit geben um noch ein wenig Gastfreundschaft und Essen zu genießen, bevor es mit der Fähre wieder nach Hause gehen sollte. Dachten wir zumindest.
Auf ging es durch "native New Zealand bush", die Baumkronen ein willkommener Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen. Strahlend blauer Himmel und Sonne - das Wetter war perfekt, wenn auch etwas warm. Gerade in Neuseeland verbrennt die Sonne einen leider auch sehr schnell, da ist Vorsicht angesagt.
Bei unserem Trip durch den "native bush" sah und hörte man den ein oder anderen seltenen Vogel (zumindest ließen uns die älteren Damen vor uns, allem Anschein nach erfahrene Wanderer á la Oma Erika, das wissen), die dem Europäer fremd vorkommenden Bäume und Büsche Neuseelands und schöne kleine Blumenwiesen. Alles in allem eine sehr beruhigende Atmosphäre.
Da die Nachbarinsel Rangitoto bekannter ist und ein beliebtes Ziel für Touristen darstellt, waren die meisten Leute auf der Fähre dort ausgestiegen. Auf Motutapu waren vielleicht zehn Leute, darunter wir, und davon gingen auch nur wir drei Mädels und drei ältere Damen in diesselbe Richtung los.
Was das genau heißt? Friedliche Stille, bis auf das Zirpen der Grillen, das gelegentliche Vogelgezwitscher, das Rauschen des Meers und ab und an hörte man die Kühe, von denen es auf der Insel einige gibt.
Dank einer Karte und der wandererprobten Franziska verlief der Trip zu Beginn weitgehend ereignislos; wir folgten mal diesem, mal jenem Wanderpfad, genossen die wunderschöne Landschaft mit grünen Hügeln und blauem Meer bei wunderbarem Wetter.
An der Administration Bay legten wir dann eine Pause ein, tauchten die Füße kurz ins kühle Wasser und nutzten die Gelegenheit für einen Snack und das ein oder andere schöne Foto.
Ich musste bald schon anfangen ältere Fotos von meiner Kamera zu löschen, da sich so viele tolle Fotomotive anboten und man einfach alles in jedem erdenklichen Winkel fotografieren wollte - und immer noch das Gefühl hatte, die Fotos würden dem Original nicht gerecht werden. Im Gegensatz zu manch anderen Orten, bei denen man das Gefühl hat, die Postkarten und Fotos wären schöner als das Original tatsächlich ist, ist es in Neuseeland beinahe umgekehrt. Man steht am Strand, schaut auf das Meer hinaus und denkt sich: Wie kann ich das Glitzern der Sonne auf dem Wasser, die schäumende Gischt auf den Wellen, das leuchtende Grün der Hügel und Bäume und das strahlende Blau des Himmels je in ihrer ganzen Pracht und Herrlichkeit festhalten? Die Antwort darauf lautet: Eine gute HD-Kamera oder Spiegelreflex ist ein Anfang, aber nichts kann die Realität ersetzen.
Nachdem wir uns ausreichend gestärkt und ausgeruht hatten ging es, mit Blick auf die Uhr (Herr Jösel lässt grüßen!), weiter. Unser Plan war dem Wanderweg um die Insel herum zu folgen, immer an der Küste entlang. Die wunderschöne Landschaft machte selbst mir als Wandermuffel das Laufen zum Vergnügen (auch wenn man dank der hügeligen Landschaft ab und an ein wenig außer Atem war). Es gab so einige lustige Momente, wenn der Grasboden plötzlich unter den Füßen des Mädels vor einem einbrach und diese fluchend im Schlamm (wahlweise Kuhmist) stand; man dann hinten dran vor Lachen kaum Luft bekam, nur um wenige Augenblicke später selbst einzubrechen.
Ja, es war eine lustige Wanderung, so viel steht fest. Die Kühe auf der Insel, denen man ab und an begegnete, trugen immer wieder zur allgemeinen Belustigung bei - sehr neugiere Tiere, die einem hinter her starren und teilweise sogar folgen. Wir hätten sie glaube ich noch süßer gefunden, wenn sie nicht die ein oder andere Wiese dermaßen zertrampelt oder/und mit versteckten Kuhfladen dekoriert hätten.
Wir gelangten an den Punkt der Insel, an dem man (wenn man Zeit und Lust hat) nach Rangitoto rüberlaufen kann. Das war aber nicht unser Plan an diesem speziellen Tag. Mit erneutem Blick auf die Uhr und einem entspannten "Ach, es ist ja gerade mal viertel vor zwei" ging es weiter in Richtung Home Bay. Dachten wir zumindest.
Bislang waren wir weitgehend den Pfaden gefolgt und hatten uns dabei entweder an den Wegen/Straßen (sofern vorhanden) oder den orange-markierten Pfosten orientiert. Irgendwie mussten wir aber vom Weg abgekommen sein, denn nachdem wir einige Minuten lang keinen einzigen Pfosten und auch keinen Weg sahen, fanden wir das schon etwas merkwürdig, aber noch nicht beunruhigend. Dann ging man eben immer weiter in die Richtung, immer an der Küste entlang, dann müsste man bei Home Bay ankommen, auch ohne spezifisch angezeigten Weg.
Tja, falsch gedacht. Als wir zunehmend verwirrt wurden ("Wo genau sind wir?") und die Minuten dahinstrichen, machte sich Unruhe breit. Schließlich mussten wir zugeben: "Wir haben uns verlaufen."
Wie jeder gute Teenager übersprangen wir die Panik und gingen direkt zu hysterischem Gelächter über, bevor wir uns dann mit Hilfe von GPS zu orientieren versuchten. Da die letzte Fähre bald abfahren sollte (so viel zum Barbecue) bewegten wir uns konstant in die Richtung weiter, in der wir Home Bay vermuteten. Stehen bleiben erschien uns noch ungünstiger.
Wir konnten dann auch irgendwann rauskriegen, dass wir tatsächlich nahe Home Bay sind (zum Glück, wir hatten schon spekuliert ob wir es mysteriöser Weise geschafft hatten wieder an die andere Küste zurück zu wandern...). Nur wo genau sollte es jetzt lang gehen und wie schnell kam man da hin?
Wir wanderten also über Hügel, Täler und Kuhwiesen, winkten den neugierigen Bewohnern dieser zu, und kletterten über diverse Zäune, sprangen über Bäche und tasteten uns um besonders matschige/kuhfladenreiche Flecken herum.
Nach einem erfolgslosen Versuch an die Bucht runterzurennen und die Aufmerksamkeit einiger vorbeifahrender Boote auf uns zu lenken, dachten wir uns: "Jetzt sind wir schon hier unten, da können wir auch gleich ander Küste entlang."
Gott sei Dank war gerade Ebbe, daher konnten wir über die Steine, scharfkantigen Muscheln, enthüllte Meerespflanzen usw. klettern, immer mit Blick auf eine Bucht, die unser Ziel darstellte. Zu dem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass es tatsächlich Home Bay war (so viel Glück hielten wir für unwahrscheinlich), aber wir wollten es dennoch dorthin schaffen, da dort Boote in der Bucht lagen und vielleicht jemand wusste wo wir lang mussten oder uns sogar mitnahm.
Nachdem das Wasser an manchen Punkten schon wieder zu steigen begann und die Kletterei zunehmend auf die Felsklippen verlagert werden musste, beschlossen wir irgendwann umzudrehen. Wir konnten nicht wirklich sehen, was vor uns lag, ob hinter der nächsten Biegung tatsächlich noch mehr begeh(lies: bekletter)bares Gelände vor uns lag oder nicht einfach nur Meer. Wobei wir an dem Punkt schon drüber nach dachten, wie weit das wohl zu schwimmen wäre...
Kameras und der Gedanke an noch recht kühles Wasser hielten uns davon aber ab und wir drehten um. Zurück an unserem Startpunkt, einer kleinen Sandbucht, beschloss ich dann das Fullers Office (die Fährenorganisation) anzurufen. Der ursprünglich Plan war diese zu fragen, ob sie vielleicht eine Kontaktnummer von jemanden auf der Insel haben, der uns dann entweder Anweisungen geben konnte oder uns vielleicht sogar mit einem der Geländewagen abholen würde.
Gesagt getan.
Nach kurzem Hin- und her um jemanden zu finden, der sich mit der Insel auskennt und einigen ungläubigen "How did you get lost?" (was ich nur mit "We're not sure" beantworten konnte), hatte ich dann einen freundlichen Mitarbeiter am Telefon, der sein Bestes gab um rauszukriegen wo wir sind und was wir tun können. So fanden wir dann heraus, dass die Bucht, die wir sehen konnte, Home Bay ist (immerhin!). Um zwischen den Anrufen nicht untätig zu sein, beschlossen wir den Hügel hochzuklettern. Das darf man sich ungefähr so vorstellen: Mit einem Stock bewaffnet, den man gelegentlich in den Boden rammte und nicht wieder rückwärts runterzufallen, kletterten wir den steilen Hügel hoch. Immer wieder die Hände in die Erde und das Gras krallen und hoffen, dass der gerade gefundene Absatz nicht mal wieder unter einem wegbröselt, während immer wieder mal stachelige Pflanzen und Kletten kratzten, piksten und in den Kleidern hängen blieben.
Immer wenn wir dachten, wir wären endlich oben, kam ein neuer Anstieg in Sicht. Die letzte Etappe war klettertechnisch die Schlimmste, wobei wir an diesem Punkt eine "I don't care anymore" Einstellung hatten. Der letzte Teil vor der Hügelspitze war mit Büschen bewachsen - außen rum ging aber nicht wirklich und hätte auch zu viel Zeit gebraucht. Also biss man die Zähne zusammen und zog sich mitten durch die stacheligen Büsche und Gewächse, die man bis dato schön vermieden hatte.
Oben angekommen erreichte mich ein erneuter Anruf: Sie würden die Fähre gerade aufhalten, aber "Get your skates on".
Heißt: Rennt um euer Leben!

Rennt um euer Leben entpuppte sich aber als praktisch nicht umsetzbar, was zum einen daran lag, dass wir vom Aufstieg, der Wanderung und all dem außer Atem waren und unsere Beine langsam Gummi ähnelten, zum anderen daran dass ausgerechnet dieser spezielle Hügel mit einem Gras bedeckt war, das unter einem nachgibt (ein wenig wie ein schwammiger Boden - man bricht nicht ein, aber sinkt ein, obwohl das Gras kurz aussieht). Jeder der auf einer nicht ganz aufgeblasenen Hüpfberg herum gelaufen ist, weiß wie sich das anfühlt und was die Wahrscheinlichkeit für Rennen auf so einer Unterlage ist.
Mein Kontakt im Fullers Office teilte mir mit, dass sie die Fähre nicht mehr aufhalten konnten (Zeitplan und Leute wurden ein wenig ungeduldig), aber sie würden eine extra Fähre für uns schicken. Das fand ich dann doch überraschend, nahm das aber natürlich freudig an, auch wenn es mit extra Kosten von 150 NZD verbunden war (50 NZD pro Person).  Wie mir mitgeteilt wurde, war das aber nicht einmal genug um den Sprit für die Fähre zu bezahlen (kann ich mir vorstellen...) und an dem Punkt waren wir auch einfach froh darüber, eine sichere Möglichkeit zu haben wieder heimzukommen.
Home Bay kam nun auch in Sicht und ich glaube ich habe selten so viel Erleichterung gespürt, wie beim Anblick dieses Strandes. Unten am Strand angekommen beschlossen wir dann erst einmal ein Erinnerungsfoto zu schießen. So sieht man aus, nach fast 6 Stunden Wanderung, Klettern über Zäune, entlang Klippen und Hügel durch stachelige Büsche hinauf, und das alles in der prallen Sonne:

Wie ihr sehen könnt hat uns das ungeplante Abenteuer die Laune nicht verdorben ;-) Überhaupt waren wir recht ruhig und eher amüsiert, wenn man es im Nachhinein betrachtet. Keine Tränen, keine Panik (zumindest nicht äußerlich) - so ist das Verlaufen gar nicht so dramatisch.
Als wir dann den Strand entlang liefen in Richtung Steg, zeigte sich auch gleich wieder die freundliche Natur der Kiwis: Ein Mann kam uns entgegen, der wohl mit seiner Familie in einem der zwei alten Häuser an der Bucht lebt. Er fragte uns besorgt, ob wir ein eigenes Boot hatten (da er wusste, dass die Fähre schon weg war). Wir versicherten ihm, dass ein extra Boot für uns kommen würde. Er wollte gerne das Fullers Office anrufen um sicherzustellen, dass wir abgeholt werden würden und bot uns außerdem an uns auf seinem Boot nach Auckland zu bringen. Das überraschende Angebot hätten wir liebend gern angenommen, aber beim Anruf in der Zentrale stellte sich heraus, dass die Fähre schon auf dem Weg war - zum Zurückrufen war es zu spät. Schade, aber wir dankten trotzdem und plauderten noch kurz mit der kleinen Familie, bis wir dann weiter zum Steg schlenderten.
Wir mussten uns schwer zusammen reißen nicht laut loszulachen, als eine Fähre (zwar etwas kleiner als die, mit der wir herkamen, aber immer noch riesig!) auf uns zufuhr, dachten wir doch sie würden ein kleiners Boot schicken. Zwei (gutaussehende) Männer, Kapitän und Crewmitglied, begrüßten uns grinsend und begannen eine Rampe auf das Boot aufzubauen. Unsere Frage, ob wir nicht einfach rüberspringen sollen, beantworteten sie mit "Oh no, it's fine. We don't want any accidents." Was ich trocken mit "We did worse today" konterte.
So gingen wir dann an Bord auf einer Rampe, die für uns von den beiden festgehalten wurde. An Bord durften wir unter allgemeinem Gelächter mal wieder erklären, wie wir uns überhaupt verlaufen hatten. Dann wurde nachgehakt, ob wir okay sind, ist jemand verletzt, brauchen wir einen Erste Hilfe Kasten, Sonnencreme...
Dankend lehnten wir ab und ließen uns erleichtert auf die Sitze an Deck sinken. Nach kurzer Verschnaufpause gingen wir runter ins Café, wo wir erstmal eine Wasserkanne entdeckten und diese prompt leertranken. (Wie wir später realisierten, war dass das Wasser, das man normalerweise für Kaffee verwenden kann. Ups.)
Das Crewmitglied besetzte extra für uns den kleinen Caféladen, wo wir dann unsere extra Fähre bezahlten und eine Wasserflasche kauften, bevor wir wieder hoch zu unseren frei wählbaren Sitzen gingen (es war ja sonst niemand an Bord, außer der Crew!). Jetzt, da wir sicher auf dem Weg nach Hause waren, lachten wir herzlich über das Abenteuer, verglichen unsere Schuhe, die in unterschiedlichen Stadien von "ruininiert" waren und erfreuten uns trotz der ungeplanten Extrakosten daran, eine Fähre ganz für uns zu haben. Munter winkten wir den Booten zu, an denen wir vorbeifuhren und genossen den kühlen Wind auf unserer doch etwas sonnenverbrannten Haut.
Im Hafen von Auckland angekommen begrüßte uns einer der älteren Mitarbeiterinnen, die es ebenso wie die Crew eher lustig als nervig zu finden schien, dass wir uns verlaufen hatten und wir durften erneut über eine extra für uns festgehalteten Rampe laufen (wir wären auch hier gesprungen...aber "No accidents"). Wir verabschiedeten uns von den Fährenmitarbeitern mit einem Lachen und in meinem Fall den Worten "Thank you! You might get a flower bouquet."
Ein wirklich ereignisreicher Tag, ein ungeplantes Abenteuer und eine Story, die wir alle sicherlich irgendwann einmal unseren Kindern und Enkelkindern erzählen können.
"Damals wäre ich fast auf einer Insel in Neuseeland gestrandet gewesen..."


Bonus: Unsere Route (in lila)

Dienstag, 1. Oktober 2013

Welcome to Hobbiton!

Am Samstagmorgen ging es also auf nach Hobbiton!
Zu meinem Erstaunen waren wir relativ viele (über 25 Leute!) und hatten tatsächlich auch ca. 10 Jungs/Kerle unter uns. Das lag aber wohl daran, dass nicht nur Au Pairs, sondern auch Interns mitkommen durften. Männliche Au Pairs sieht man sonst hier in etwa so oft wie weiße Löwen.
Wir waren vornehmlich Deutsche (wie immer), aber auch Holländer und Belgier. Mit einer Belgierin namens Jana hab ich mich dann direkt angefreundet und wir haben sowohl die 2-stündige Busfahrt als auch den Trip größtenteils miteinander verbracht.
Bereits auf dem Weg nach Hobbiton sieht man all die grünen Hügel und Wiesen und kommt sich schon richtig wie in einem Film vor. Dieses Gefühl tritt spätestens dann vollkommen ein, wenn man den Bus geparkt hat, um die Ecke geht und vor den ersten "hobbit holes" steht. Die Leute, die mit den Filmen vertraut sind, wird dieses Gefühl besonders stark treffen, denn der "Eingang" nach Hobbiton ist (nach Galadriels Intro) die  Eröffnungsszene von "Fellowship of the Ring",  wenn Gandalf durch Hobbiton fährt. 
Es fühlt sich surreal an in einem tatsächlichen Filmset herumzuspazieren, insbesondere in einem, das quasi genauso aussieht wie auf  der Leinwand und nicht nur aus Green/Bluescreens und Gerüsten. Die Details sind faszinierend; hier und da sieht man kleine Leitern, Hemden an Wäscheleinen, gepflegte Blumenbeete, Mini-Gießkannen, Holzblöcke, Töpfe...
Die Vorstellung, dass sich jemand so viel Mühe gegegeben hat für Dinge, die den meisten gar nicht auffallen werden oder in den Filmen nie zu sehen sind, lässt neuen Respekt für Peter Jackson und sein Team aufkommen.
Ganz besonders gut gefallen hat mir der "Party Tree" und der See mit Blick auf den Green Dragon. Der Party Tree und der See waren übrigens schon so auf dem Farmland (denn darauf ist Hobbiton gebaut) vorhanden.
Ein weiteres Highlight für den Lord of the Rings/Hobbit Fan ist es vor Bag End zu stehen - damit hat man dann auch prompt eine weitere Szene bzw. diverse Filmszenen quasi aus der "live" Perspektive.
Weiter geht es dann runter zum Party Tree und der Wiese, auf der im Film Bilbo's Geburtstagsfeier stattfindet. Am Rand dieser Partywiese sind zwei Hobbithäuser, von denen einem eins vielleicht bekannt vorkommt...das Haus mit der gelben Türe ist Sam's Haus, das in den Filmen am Ende von "The Return of the King" zu sehen ist, wenn Sam heim zu seiner Rosie kommt, die Kinder auf ihn zurennen und die Geschichte endet. Happy End (fast).

Da ich die LOTR Filme gefühlte 20-mal gesehen habe und auch die Extras/Audiokommentare in- und auswendig kenne waren die meisten Infos, die wir von unserer Tourführerin bekamen für mich nichts neues. Manche Sachen zum Set waren allerdings interessant und für die, die nicht ganz so verrückte Freunde haben, die mit einem eine LOTR Filmnacht nach der anderen durchziehen, waren sicher auch die anderen Fakten neu und interessant.
Nach Sam's Haus ging es dann rüber zum Green Dragon. Dieser Pub, die Wassermühle und die Brücke, die dort hinführt, gehören zur schönsten Szenerie in Hobbiton (meiner Meinung nach).
Im Green Dragon gab es dann auch einen kostenlosen Drink (Ginger Beer in meinem Fall) und man konnte den vollausgestatteten Pub bestaunen, in dem sich wieder mal die Details zeigten. Kleine Notizen, Zeichnungen, Karten, Miniaturmäntel an Kleiderhaken...
Dann ging es auch schon zurück zum Eingang und nach einem kurzen Lunch wieder in den Bus.
Die Rückfahrt war äußerst unterhaltsam, da wir alle bestens gelaunt und zu Späßen aufgelegt waren. Zwei der Jungs hatten außerdem den Job des "DJ" übernommen und mit dem Segen unserer Busfahrerin nahmen sie Wünsche entgegen oder beschallten uns auch mal mit ihren Ideen von "Musik". Besonders lustig wurden Momente wie "Bad Touch" (ratet wer als Einziges mitgesungen hat. Yap. Ich. Meine Sitznachbarin hat angefangen zu lachen und meinte dann "You're the first girl I ever met who knows the lyrics to that song AND who is willing to sing along"), "Barbie Girl" (alle Mädels im Bus haben mit größtem Enthusiasmus mitgesungen - es war 'hilarious'!) oder "Mamma Mia" (da ließen auch die Herren der Schöpfung sich zum Mitsingen bewegen).
Ich hatte selten so viel Spaß und werde definitiv wieder auf einen der Dream Au Pair Trips mitgehen.
Mit der Belgierin habe ich Nummern ausgetauscht, wir sehen uns bestimmt noch einmal.
Damit gesellt sie sich zu der rapide wachsenden Zahl an Leuten, die ich in den letzten Wochen getroffen habe. Ich bin einer Facebook Gruppe "Au Pair in Auckland" beigetreteten und das war die beste Idee seit langem. Seither habe ich mich wiederholt mit teils denselben, teils völlig fremden Au Pairs getroffen und auch selbst begonnen Dinge zu planen. Für November habe ich einen Bay of Islands Daytrip initiiert, für den wir nur noch ein genaues Datum brauchen. Nächste Woche ist Karaoke angesagt (auch von mir organisiert), gestern Abend war ich mit einem anderen Au Pair Abendessen, am Freitag gehe ich vermutlich mit einem ins Kino, am Wochenende evtl. ein Trip (meine Hosteltern sind dann unterwegs, ich hab also jede Menge Zeit am Wochenende) und am Mittwoch treffe ich mich mit vier anderen Mädels. Wir wollen versuchen einen 2-3 wöchigen Trip durch Australien im Juni/Juli 2014 miteinander zu planen. Vielleicht ein Roadtrip mit Campervan und richtigem Backpackergefühl? Ich hoffe das klappt, es klingt nach sehr viel Spaß! Ganz konkrete Pläne was wir sehen wollen haben wir noch nicht, aber Städte wie Melbourne, Sidney, Perth, Brisbane, Queenstown und natürlich Sehenswürdigkeiten wie Ayers Rock und Great Barrier Reef stehen auf der Liste.
Außerdem habe ich Karten für "Wicked", das Musical, welches gerade in Auckland ist. Am 13. Oktober werde ich die Show mit einem anderen Au Pair zusammen anschauen gehen, darauf freue ich mich total (Sie ist übrigens Deutsche. Und heißt Hannah. Ja, wir fanden das auch lustig.).
Für mich sind all das (Pläne, Organisieren...) Zeichen, dass ich mich verändere. Zum Positiven hin.
Eine gewisse Zurückhaltung hatte ich immer, aber aus mir heraus zu gehen fiel mir nie so leicht wie hier. Sei es einfach Pläne zu machen (oft mit eigentlich Fremden), das Telefon in die Hand zu nehmen und Anrufe zu tätigen um solche Pläne zu organisieren (Ja, Mama. Ich telefoniere mit Leuten/Organisationen/Restaurants/... Ich kanns auch nicht fassen.) oder aber auch das Verhalten im Alltag. Einfach mal mit Menschen zu plaudern, ob Passant, Nebensitzer im Bus, Busfahrer, Verkäufer, Mütter auf dem Spielplatz...An der Kasse eben nicht nur "Danke" und "Guten Tag noch" zu sagen, sondern fröhlich mit "How are you?" ein Gespräch beginnen, sei es über den Laden (in dem man vielleicht zum ersten Mal ist, aber ihn interessant findet!), Familienschmuck, Lebensmittelpreise, das Wetter....Smalltalk, ja, aber Smalltalk der einem mit einem guten Gefühl und Lächeln weitergehen lässt. Ich weiß nicht ob es nur an den Leuten hier liegt, die es einem recht einfach machen so offen zu sein. Aber ich weiß, dass es gut tut.

So, zum Abschluss noch ein Update über meine Hostfamilie: Alles bestens im Moment! Mein Hostdad und ich haben eine gemeinsame Liebe für Monty Python Filme/schwarzen/trockenen Humor entdeckt, meine Hostmum und ich verstehen uns eigentlich schon die ganze Zeit prima und meine Kinder wachsen mir auch mehr und mehr ans Herz. Jess hat mir gestern ein Bild geschenkt und mich mit so viel Knuddeleien und Lachen überhäuft, das ich fast ein wenig Tränen in den Augen hatte. Pip ist nun auch an mich gewöhnt und genießt es insbesondere wenn man ihr ein wenig Zeit widmet, sei es zum Nägellackieren (der Grund warum ich meistens mit entweder bunten oder glitzernden Nägeln rumrenne^^), Basteln, Gänseblümchenketten anfertigen oder einfach der extra-langen Bedtime Story.
Auch hier gibt es natürlich Momente, da sind die Kinder mal müde oder alle hatten einen stressigen Tag...aber wie auch mit meiner persönlichen Laune ist doch generell Sonnenschein angesagt.

Bevor ich diesen Post jetzt beende um Pip und Jess abzuholen: Ich hab ein kleines Video über den Hobbiton Trip gemacht:


Grüße vom Ende der Welt!

To stand on one's own feet

Kia Ora! 
Tut mir Leid, dass ich ein Weilchen nichts geschrieben habe, aber irgendwie dachte ich mir immer: Das machst du morgen. Oder: das machst du nachdem und dem Ausflug, dann hast du was zu berichten. Nun aber ein Update, pünktlich zum Oktoberbeginn. Mir geht es im Moment richtig gut und diese innere Ruhe und Zufriedenheit ist so angenehm! Das heißt nicht, dass ich nicht auch mal den ein oder anderen Durchhänger habe, aber meistens ist mein persönliches "Wetter" eher sonnig als bewölkt. Ich glaube das liegt vor allem daran, dass ich in den letzten Tagen/Wochen mehr und mehr aus mir herausgekommen bin, auf Leute zugegangen bin und Dinge selbst in die Hand genommen habe. Kaum 2 Monate hier und schon merke ich wie Neuseeland mich verändert. Ich bin offener, mutiger in manchem Sinne und warte nicht immer nur ab - das wird schon jemand anderes übernehmen- sondern plane eben auch mal Dinge selbst und ziehe die dann auch durch.
Mehr dazu später.
Nun aber mal zu dem, was ich in den letzten Wochen erlebt habe. Am Wochenende vom 20. September zum 22. September hat mich meine Hostfamilie eingeladen mit ihnen nach Matakana, genauer gesagt in die Gegend Agies Bay, zu fahren. Ursprünglich sollten die Großeltern mitkommen, aber da es Sue (der Oma) nicht so gut ging, wurde dann ich gefragt.
In Algies Bay kamen wir in dem Ferienappartment eines befreundeten Ehepaars, Lyall und Wendy, kostenlos unter. Am Samstag wollten wir dann eigentlich mit dem Glasbottom-Boat nach Goat Island rausfahren (da kann man auf dem Weg unheimlich viele Fische sehen!); leider war aber das Wetter zu stürmisch. Also haben wir nur kurz am Strand dort angehalten, ein paar Bilder gemacht, auf den Felsen herumgeturnt und sind dann weiter gefahren. Am Morgen waren wir auf dem Farmers Market in Matakana, bei dem alle möglichen verschiedenen Farmer aus der Umgebung ihre Produkte verkaufen. Es gibt auch Brot, Nüsse etc. zu kaufen. Und natürlich gab es einen Stand mit "Lothlórien" Wein. Hach, Neuseeland.
Nach einem kurzem Zwischenstopp beim Honey Centre, in dem sich, wie könnte es auch anders sein, alles um Bienen dreht (und in dem es superleckere Honigvarianten gibt!) ging es dann auch schon zurück ins Appartment. Lyall und Wendy wollten am Abend ausgehen und haben mich prompt damit beauftragt auf den Hund aufzupassen, da der mich von Anfang an zu mögen schien. Ich verbrachte den Abend mit Vicky, Chris, einem genialen Film (Secondhand Lions - definitiv anschauen!) und einem kleinen weißen Fellball names Chanel, die Tiere auf dem Bildschirm anknurrt (auch animierte Fische...). Dieser Hund war soo unterhaltsam...und auch gar nicht so nervig, wie das vielleicht klingen mag, denn auf mein "Chanel. Stop barking/growling" war immer sofort Ruhe und es wurde auf meinem Schoß weitergedöst. Süß.
Am Samstag war richtig schönes Wetter und wir sind vor unserer Heimfahrt runter an die Bucht (Algies Bay) und dort ein wenig am Strand entlanggelaufen (bzw. in meinem Fall mit hochgekrempelter Hose durchs Wasser - so angenehm!). Die Aussicht dort ist wunderschön gewesen und man wünschte sich direkt auch so nah an einer Bucht zu wohnen...
Lyall und Wendy waren super nett; insbesondere mit Wendy habe ich mich wunderbar verstanden. Zu meiner großen Überraschung hat sie mich auch zum Abschied umarmt und mich eingeladen sie jederzeit zu besuchen, wenn ich in der Gegend bin. Aber gerne doch!
Nach dem Wochenende kam eine entspannte Woche, in der ich unter anderem die Backpackerin aus Lörrach und ihren Freund traf  und den beiden ein wenig Auckland zeigte und Fragen über das Leben in Neuseeland beantwortete. Mein großes Highlight der vergangenen Wochen folgte dann aber am 28. September: Es ging auf nach Hobbiton!

to be continued...

Freitag, 13. September 2013

Stepping out of your comfort zone

Kia Ora!

Was gibts Neues zu berichten? Nun, zunächst einmal hatte ich vor ein paar Tagen einen massiven Heimwehanfall, einen ganzen Tag am Rande der Tränen gewesen und mich ziemlich allein gefühlt...
Eigentlich finde ich es erstaunlich, dass es so lange gedauert hat, bis solch starkes Heimweh aufkam, ich hatte damit früher gerechnet. Ich bin hier an sich glücklich - nur gibt es manchmal Momente, da vermisst man seine Freunde, die Familie, die Nähe und die Wärme.
Am Abend hatte ich unseren wöchentlichen "chat" (wie geht es mir, wie war die Woche, was könnte besser sein, was war gut...)mit unseren Hosteltern und hab ihnen erzählt, dass ich Heimweh hatte.
Sie waren echt super lieb, haben mir Tipps gegeben um Freundschaften zu schließen, mich abzulenken und mir angeboten sie anzurufen oder auf einen Kaffee im Büro vorbei zu kommen, wenn ich Heimweh habe.
Zusätzlich hab ich dann noch beschlossen mir ein bisschen was zu gönnen, genauer gesagt meine liebste Medizin gegen schlechte Laune - ein Klavier.
Natürlich kann ich mir hier nicht ein richtig tolles Klavier wie daheim leisten, aber nach einigem Hin- und Her hab ich dann ein Digital Piano gefunden, das ein guter Kompromiss ist.
Die "Quest" um es zu bekommen war ziemlich nervenaufreibend. Der Keyboardladen in Auckland liegt an der Ecke Upper Queen Street und Symonds Street - eigentlich einfach zu finden. Ich bin mit dem Auto nach Auckland rein und hab einen Parkplatz nahe Queen Street gefunden und bin dann den Rest hochgelaufen. So weit so gut.
Tatsächlich hatten sie das gewünschte E-Piano auch da, ich hab es aus probiert und für gut befunden.
Der Deal für das Piano war wirklich gut, 950 NZD (=ca. 580 Euro) für das Piano, einen stabilen Holzständer, Pedal und 3-Jahres Garantie. Außerdem gab's einen gratis Klavierhocker dazu.
Nachdem ich zuvor einige Zeit mit Preisvergleichen zugebracht hatte (auch mit Deutschland/England und möglichen Bestelloptionen) wusste ich, dass das wirklich ein guter Deal ist.
Also, Augen zu und durch: Nehm ich.
Leider liefert diese Zweigstelle des Ladens nicht aus, bzw. es hätte ein paar Tage gedauert. Ich dachte mir also: Naja, ich hab das große Auto, da dürfte es reinpassen.
"See you in 10 minutes", lautete meine Verabschiedung. Na von wegen .
Beinahe 40 Minuten später kam ich am Laden an, obwohl ich rein Luftlinienmäßig ca. 500m entfernt geparkt hatte. Warum hat das so lange gedauert?
Nun, es ist Auckland. Das heißt eine Menge Straßen führen unglücklicherweise nicht in die erwartete Richtung oder bieten plötzlich keine Abbiegemöglichkeiten mehr und ehe man es sich versieht ist man entweder in einer Einbahnstraße oder auf dem Motorway (jup, das ist passiert. Hatte eine halben Herzinfarkt, bis ich die nächste Ausfahrt gefunden hab und umdrehen konnte).
Nach einiger Verzweiflung, weil ich zwar auf Symonds Street gelandet war, aber irgendwie den Shop in keiner von beiden Richtungen finden konnte, rief ich dann meinen Hostdad an. Der gab mir den Tipp mich zurück den Berg runter zu Queen Street zu bewegen und dann hochzufahren. (Also mein ursprünglicher Plan, grob gesehen). Das klappte Gott sei Dank dann auch und ich bin endlich halbwegs dort gelandet wo ich hinwollte (falsche Straßenseite, aber die netten Mitarbeiter haben mir die Sachen über die Straße getragen^^'). Der Heimweg war dann vergleichsweise unkompliziert, nach so viel (unfreiwilligem) Rumkurven in Auckland wusste ich so langsam mal wo es langgeht ;-)
Also ran ans Klavier aufbauen! Selbst ist die Frau und so hab ich zum ersten Mal sowas wie handwerkliches Geschick bewiesen und alles tatsächlich zügig, korrekt und stabil aufgebaut. Yay!
Beim Anblick der vielen Schrauben und der Ikea-anmutenden Anleitung hatte ich schon so meine Bedenken gehabt (da fehlt bestimmt wieder so ein dämlicher Holzbolzen...oder man braucht obskure Schraubenzieher, für deren Erwerb ein satanistisches Ritual komplett mit Werkzeugkastenopfer und Schmieröl-Pentagramm notwendig ist).
Das E-Piano war dann auch noch so nett perfekt an den angedachten Platz zu passen, das war ich nämlich eher mit der Philosophie "Wird schon passen...oder ich stell's quer" angegangen.
Nun muss ich nur noch rauskriegen was ich mit meinem kleinen Ecktisch und Stuhl anstelle, die da nun eindeutig nicht mehr hinpassen. Aber da finde ich auch noch eine Lösung.
Das Klavier hört sich recht gut an, wobei ich noch einen Adapter für meine Kopfhörer und eventuell Lautsprecher erwerben sollte, da die eingebauten Lautsprecher den eigentlich möglichen Klang nicht wiedergeben können.
Wenn ich noch einen preiswerten Weg finde meine Noten auszudrucken (den Laptop auf das Klavier zu stellen ist suboptimal), dann bin ich zufrieden. Meine Hostfamilie hat keinen Drucker daheim und Copy Shop könnte bei meinen gewohnten Notenmengen teuer werden. Allerdings will ich mir definitiv keinen Drucker kaufen. Also wohl doch Copy Shop und Noten in Maßen.
Auf jeden Fall tut es gut wieder Klavier spielen zu können und meine Laune ist schon beträchtlich besser!

Nicht nur mit dem Autofahren in Auckland bin ich aus meiner Komfortzone herausgetreten. Gestern bin ich außerdem einer Facebookgruppe "Au Pairs in Auckland" beigetreten und habe nun Pläne für Lunch am Samstag mit vier anderen Au Pairs. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich daheim nicht getraut hätte etwas ähnliches mit Fremden auszumachen. Aber hier ist man schon fast dazu gezwungen, da die Agentur bislang zwar Trips, aber kaum bis gar nichts an "social outings" organisiert hat, wie z.B. eine Coffegroup.
Wenn man also nicht in irgendwelchen Vereinen oder etwas ähnlich regelmäßigem ist, muss man sehr bewusst auf Leute zu gehen und sich um Freundschaften bemühen. Sehr ungewohnt, nachdem in der Schulzeit solche Dinge eher nebenbei geschahen.
Ich freue mich aber definitiv auf Samstag und die neuen Leute. Es ist zwar immer wieder nett mit Lisa unterwegs zu sein, aber zum Einen hat sie nicht immer Zeit und zum Anderen kommt man sich irgendwann aufdringlich vor. Außerdem habe ich gerne mehr als eine Bezugsperson.
Ich versuche auch Trips zu planen; auch solche außerhalb von Auckland. Meine Hostmum hat mir einen guten Deal für ein Hostel am Taupo Lake geschickt und sofern ich jemanden finde der mitkommt, würde ich gerne dorthin. Es soll eine wirklich schöne Gegend sein und mit dem Auto sind es gerade mal etwas mehr als 3 Stunden Fahrt. Wenn man sich ein Auto für ein Wochenende mieten würde und sich die Kosten teilt, ist das auch gar nicht so teuer. Mal sehen ob jemand dafür zu haben ist :-)


Bis ich also mehr Freundschaften geschlossen habe, genieße ich die Kuscheleinheiten mit einer Katze, die hier nahezu jeden Tag vorbeischaut. Nachdem ich das eher scheue Tier vor ca. 1 Woche zu Knuddel- und Spieleinheiten überreden konnte, schaut sie nun öfters vorbei und kommt sofort zu mir, wenn ich nach draußen gehe, um ihre Schmuseeinheiten zu bekommen. Awww.

Nächste Woche bekomme ich eventuell südbadischen Besuch - eine Kollegin von Elke hat eine Nichte, die am Sonntag nach Neuseeland fliegt (Work &Travel). Ich hab ihr liebend gerne meine Kontaktdaten gegeben und freue mich, wenn wir mal etwas unternehmen können (mittlerweile könnte ich ihr sogar ein bisschen die Stadt zeigen ohne größeres Verlaufen).
Es wird auch nett sein mal wieder Deutsch zu hören, da ich eigentlich in einem konstanten Schwall von Englisch lebe - finde ich prinzipiell gut, aber so langsam kommt mir die deutsche Sprachmelodie und einige Phrasen/Wörter abhanden. Beim Telefongespräch mit Mum und Dad empfand ich meine eigene Stimme als sehr merkwürdig - einfach nur weil ich mich länger nicht hatte Deutsch reden hören :-D


Das war's auch schon von mir; ich werd jetzt mal schauen ob das Wetter hält und dann eventuell mal wieder einen Trip runter zu Coxs Bay unternehmen um ein wenig zu lesen und die Aussicht zu genießen.

Liebe Grüße!



Bonus: Baking cookies with the girls



Samstag, 7. September 2013

A Birthday Party, Cute Twins and Painting Nails

Kia Ora!

Heute war Pip's vierter Geburtstag und das musste natürlich gefeiert werden! Pip und ich hatten jede Menge Spaß beim Dekorieren des Hauses - ein Luftballon hier, ein paar bunte Bänder dort, den Namen aus buntem Karton ausschneiden und an die Wand kleben, ein Banner über der Veranda und ein Windrädchen im Garten - voilá!
Pip hat sich sehr über mein Geschenk gefreut: Ein hübsches weißes Shirt und Fabric Markers, um dieses selbst zu bemalen. Dafür mussten natürlich sofort Ideen auf einem alten Shirt ausprobiert werden!
Um 15 Uhr rum kamen dann die ersten Gäste, Aufregung pur. Jede Menge 2-4 Jährige in einem Wohnzimmer erreichen bis dahin unbekannte Lautstärke- und Aufregungslevel.
Highlight der Party für die Kinder war auf jeden Fall der Besuch einer "Fairy", die sie eine gute Stunde lang unterhielt. Ich persönlich bekam davon nur ein paar Momente mit, da meine Aufmerksamkeit vor allem auf die kaum 1-Jahr alten Zwillinge (Geschwister eines Partygasts) gerichtet war. Ich habe selten so süße Babies gesehen...
Ihr Dad war auch ziemlich enstpannt mit ihnen und bevor man sich versah: "Can you hold him, Hannah?" und man steht mit einem Baby da. Nicht dass ich mich darüber beschweren würde - nicht bei einem so netten Baby. Corbin und Logan heißen die beiden. Logan war eindeutig mehr "outgoing" als Corbin - er hatte absolut kein Problem damit jemandem Fremden in die Arme gegeben zu werden. Corbin war da schon wählerischer. Allerdings konnte er überzeugt werden ein Weilchen in meinem Armen auszuharren, während Daddy beschäftigt war (kleiner Sieg).
Wenn die Familie je einen Babysitter braucht bin ich definitiv dafür zu haben!

Nachdem all die Kinder am späten Nachmittag abgeholt worden waren mussten natürlich die restlichen Geschenke ausprobiert werden. Jess hatte viel Spaß dabei mit Pips Kamera alles zu fotografieren was ihr vor die Linse lief. "Ready, steady, go" war ihr Warnspruch, bevor man vom Blitz geblendet wurde. Von den ca. 10 Bildern, die sie von mir gemacht hat, ist das ein oder andere sogar in Ordnung- nicht schlecht für eine 2-Jährige.
Pip musste natürlich noch ihren neuen Nagellack ausprobieren. Mir wurde die Ehre zuteil ihre Fußnägel in Pink und Orange zu lackieren. Nachdem Pip fand: Das kann ich auch; durfte sie das Nägel lackieren an mir üben.
Meine Fingernägel sehen jetzt schön bunt aus ;-)

Morgen treffe ich Lisa und wir gehen zusammen auf das Maori Festival Atamira in Auckland, unten beim Hafen. Ich bin sehr gespannt darauf! Wir haben Glück, denn das Festival findet nur alle zwei Jahre statt, also sind wir gerade im richtigen Jahr hier. Von einem Markt über Konzerte bis hin zu Demonstrationen traditioneller Handwerktechniken gibt es dort einiges zu sehen.
Am 28. September ist außerdem ein Trip mit den anderen Au Pairs nach Hobbiton und zu den Hunua Falls geplant, ein weiterer Punkt auf den man sich freuen kann.

Edit: Soo süß! Pip hat grad ein Bild von unserem Haus gemalt und angefangen Personen davor zu zeichnen. "I'm drawing you, Hannah!" "Oh, can I see?" "That's our family: Mummy, Daddy, you Hannah, Jess and me." Nach etwas Überlegung wurden noch Nana and Grandad (Oma und Opa) hinzugefügt. Noch signieren und dann geht's ab ins Bett ;-)



Sonntag, 1. September 2013

First day of spring...

Kia Ora! Heute ist der erste offizielle Frühlingstag in Neuseeland - und das Wetter hatte sich sogar entschieden mitzuspielen. Wir hatten ein tolles Wochenende mit jeder Menge Sonnenschein. Am Sonntagnachmittag sind wir runter zu Point Chevalier, einem Stadtteil Aucklands, gefahren und am Strand entlanggelaufen. Neuseeland hat bereits erste Einflüsse auf mich - ich war in hochgekrempelter Hose und barfuß im unglaublich klaren Wasser unterwegs (im Bild sind eigentlich meine gesamten Füße unter Wasser...) und wenn es wärmer gewesen wäre, hätte ich vermutlich sogar einen Schwimmversuch gewagt.(Unglaublich, ich weiß.)
Einige mutige Strandbesucher waren sogar schwimmen...und meine Mädels haben beschlossen im Evakostüm im Wasser herumzutollen. Brrr. Ich bin dann auch ordentlich nass geworden, als Pip beschlossen hat mich durchs Wasser zu jagen. Aber das macht ja nichts, man trocknet und wir
hatten unseren Spaß, das ist die Hauptsache.
Point Chevalier ist wirklich ein schöner Strand, der auch nicht sonderlich weit von unserem Haus entfernt ist. Von Coxs Bay (meiner "Lesebucht") sollte ich zu Fuß ca. 1 Stunde dorthin brauchen. Vielleicht muss ich einfach mal rauskriegen ob irgendein Bus in die Nähe fährt und dann den Rest laufen. Ich kann mir vorstellen, dass man hier schöne Stunden verbringen kann.
Direkt über dem Strand ist ein toller Spielplatz, also waren die Mädels auch ausreichend beschäftigt, nachdem wir alle den Sand weitgehend von unseren Füßen und Kleidern geklopft hatten und erst mal genug vom recht kühlen Wasser hatten. Obwohl man sich mit der Zeit daran gewöhnt, es ist nicht eisig.
Ansonsten...es geht mir weitgehend gut hier in Neuseeland. Ich vermisse meine gewohnten Freundeskreise, in denen sich schon alle kennen, die man einfach mal treffen kann und mit denen man sich blind versteht.
Zwar habe ich mich mit Lisa angefreundet, aber eine Person ist eben nicht die Welt und wir sind auch noch am Anfang. Vicky hat vorgeschlagen eine Coffegroup für die Au Pairs in Auckland Central zu organisieren - eigentlich eine gute Idee. Die Schwierigkeit im Freundschaften schließen liegt beim Au Pair Dasein darin, dass man nicht wie in der Schule jeden Tag Leute trifft und sieht und sich so anfreunden kann. Wenn man nicht in irgendeiner Gruppe ist oder etwas organisiert, muss jedes Treffen einzeln geplant werden und dieser Aufwand ist gerade am Anfang einer Freundschaft schwer - vor allem wenn man die andere Person eventuell doch nicht so gut leiden kann (weiß man oft vorher nicht). Aber es wird besser und ich bin mir sicher, dass mir das Freundschaften schließen keine Probleme bereiten wird - eher das Verabschieden am Ende des Jahres.
Überhaupt ist mir aufgefallen, dass ich jetzt schon fast einen Monat lang hier bin. Die Zeit verfliegt schneller als man glaubt und vieles was zu Beginn noch schwierig erscheint wird zur Routine. Man wird sicherer und geübter im alltäglichen Leben, von Interaktionen übers Einkaufen bis hin zum Busfahren. (Übrigens: In Auckland sagt man "Thank you" zum Busfahrer wenn man austeigt. Wer das nicht tut wird als "rude" wahrgenommen. Nette Geste!) So langsam erschließt man sich Wege in der Stadt und der Umgebung, hat gewisse Rituale, sowohl für sich selbst, als auch mit den Kindern und der Familie.
Mit den Kindern wird es wirklich besser mit der Zeit, also verzweifelt nicht zu Beginn, solltet ihr mal ein Au Pair sein ;-) Meine Mädels fragen an den Wochenenden nach mir und wollen mich sehen, weil ich nicht wie sonst am Morgen da bin. Gestern, als ich ins Haus kam, rannte mir Jess entgegen und umarmte mich mit einem freudigen "Hannah!" (Woraufhin ich prompt meine Jacke reinigen musste - laufende Kindernasen ;-) ) und Pip hat mich heute darum gebeten da zu bleiben und mit ihnen Abendessen zu haben. Auch im Alltag gewöhnen sie sich an mich, kuscheln während der Vorlesezeit, spielen Hide and Seek oder Seereise mit mir auf dem Spielplatz und insbesondere Pip mag mein Spiel "Freeze!" (Man sagt "Freeze" und alle müssen erstarren - besonders gut wenn man mit Kindern unterwegs ist und sie jederzeit zum Stoppen bewegen können muss ^^).
Ein bisschen Deutsch können die Mädels jetzt auch schon: Bis vier zählen und Guten Appetit. Weiteres Vokabular ist in Planung; Pip fragt mich gerne was dies und das auf Deutsch heißt.
Ich könnte vermutlich noch mehr erzählen, aber ich bin ein wenig müde und werde mich jetzt noch einem guten Buch oder dem Lord of the Rings Boxset widmen - Entertainment für den Rest des Abends, bevor es morgen wieder früh losgeht.
Morgen mache ich zum ersten Mal Pizzabrot und Curry Chicken für meine Hostfamily - mal sehen wie es ihnen schmeckt. Als Nachtisch ist eine Creme-Himbeer-Kreation geplant. Hmmmm...

Liebe Grüße und alles Gute nach Deutschland! (Oder wo auch immer ihr Leser gerade seid)


Edit: Gestern war wunderschönes Wetter, also habe ich den Bus nach Point Chevalier genommen und bin zum Strand hochgelaufen (man wird selbstständig!). Es war wirklich wunderschön dort; die Sonne schien, das Wetter war fast als warm zu bezeichnen (ich konnte in Dreiviertel Ärmeln und barfuß unterwegs sein) und der Strand war zwar besucht, aber nicht überfüllt. Da gerade Ebbe war konnte man zu ein paar Felsen am Rand des Strandes laufen bzw. klettern, von denen aus man einen tollen Blick hatte. Ich bin natürlich prompt ausgerutscht und die scharfen Muschelkanten haben meinen Zeh erwischt...aber wozu  hat man den neuerdings immer ein First Aid Kit dabei.
Auf dem Felsen angekommen hab ich dann die Aussicht, die warme Sonne und ein gutes Buch genossen. Herrlich, dieses Land!


Mittwoch, 21. August 2013

Falling in love with this country

Kia Ora! Tut mir Leid, dass ich ein Weilchen nichts geschrieben habe - ich war irgendwie ständig zu müde um mich hinzusetzen und mein Deutsch wieder hervorzukramen, nach einem Tag voll Englisch ;-) Was gibt es zu berichten...nun in den letzten Tagen ging es mir weitgehend prima. Am Samstag war ich mit meiner Hostfamilie im Skytower. Von dort aus kann man Auckland wunderbar überblicken - unglücklicherweise hat es geregnet, daher sind die Bilder dazu etwas düster und grau. Irgendwann muss ich noch einmal dorthin, wenn das Wetter besser ist. 
 Am Sonntag habe ich  mich mit Annika, einem Au Pair dessen Hostmum mit meinem Hostdad befreundet ist, und ihrer Freundin Lara, ebenfalls Au Pair, auf dem Markt in Takapuna getroffen (ein Stadtteil von Auckland). Wir sind über den Markt geschlendert, durften leckeren Honig probieren und haben "chimney cakes" mit Zimt und Schokostreuseln genossen. Hmmm.

Da das Wetter wieder Erwarten am Sonntag wirklich wunderschön war (Sonnenschein und 16 Grad), haben Annika und Lara mich spontan zu einem kleinen Trip eingeladen. Mit ihrem Mietwagen sind wir dann runter zum Muriwai Beach gefahren - total schön dort!

Ich muss definitiv noch mal dort vorbeischauen, vor allem da es mit dem Auto nicht weit ist. Das mach ich also sobald ich mich mit dem Auto auf die Straße traue...(es stehen wohl bald noch ein paar Fahrstunden an. Zum Glück, Linksverkehr und Neuseeland Regeln sind etwas verwirrend). Bis dahin werde ich mich wohl entweder an andere Au Pairs mit Auto halten oder mich an den Bildern erfreuen, die wir an diesem schönen Sonntag dort gemacht haben.

(Sieh nur, Imperator, noch ein Foto von mir! ;-))
Nachdem wir von jedem möglichen Winkel den Strand ca. 100mal fotografiert hatten, beschlossen wir, dass wir eigentlich noch einen weiteren Ausflug machen könnten - nach Piha. Da ich sonst nichts vorhatte und an sich spontan bin, habe ich mich den Mädels gerne angeschlossen und so gings wieder ins Auto und zurück auf den Motorway. Nachdem wir einen Stop für Fish & Chips eingelegt hatten (die einstimmige Wahl des Mittagessens...) und unter ordentlichem Gelächter und mit "Down Under" auf voller Lautstärke jede nur erdenkliche falsche Abzweigung genommen hatten, kamen wir doch irgendwann mal bei Piha an.
Die beiden Mädels waren schon öfter dort (was nicht vor verfahren schützt, offensichtlich ^^') und ich konnte sofort sehen wieso.

Bereits auf dem Weg nach Piha ist man von mit Bäumen bedeckten Hügeln umgeben und kann in der Ferne das Meer blau funkeln sehen.
Es ist ein beliebtes Ziel für Camper und Au Pairs, erzählten mir Annika und Lara. Das kann ich mir gut vorstellen und ich werde wohl noch die ein oder andere Person hier her bringen.
Unten am Strand kann man den "Lion Rock" sehen, der wie ein schlafender Löwe aussehen soll. Von unserer Seite aus war das allerdings nicht ganz so gut zu erkennen. Der Strand war aber trotzdem wunderschön. Piha wird definitiv zu meiner "must see again" Liste hinzugefügt. Ich kann mir gut vorstellen, dass man hier (besonders an wärmeren Tagen) ein tolles Wochenende oder einen Strandtag verbringen kann.

Vielleicht kann ich sogar mal die Mädels bzw. meine Familie dazu bewegen hier vorbeizuschauen. Es ist etwas weiter weg von Auckland als Muriwai Beach, wird theoretisch aber sogar noch zu Auckland gezählt, also sollte das eigentlich machbar sein.
Nachdem wir uns auch an diesem Strand satt gesehen hatten und ausreichend Fotos (oder auch zu viele...) gemacht hatten, beschlossen wir noch den "Bilderrahmen" zu suchen, der in der Nähe des Strands beim Besucher Zentrum zu finden sein sollte. Erstaunlicherweise haben wir denn sogar nur mit minimalen Verfahren gefunden und - ihr ahnt es schon - Fotos gemacht!

(Glückstag, Mama, es gibt noch mehr Fotos von moi!)
Die Mädels waren dann noch so freundlich mich mit Tipps zu versorgen und mich daheim abzusetzen. Wir werden uns vermutlich noch einmal sehen - irgendwie, irgendwo, irgendwann (aber in Annikas Fall eher bald, da sie in ca. einem Monat abreist).
Weitere Pläne für diese Woche sind noch nicht konkret, abgesehen vom Samstag Abend. Da gehe ich mit Lisa (der Schwedin von den Orientation Tagen) ins Kino um Mortal Instruments anzuschauen. Ich bin gespannt und freue mich! Ansonsten wird es graduell besser mit den Kindern (Pip versucht die ganze Zeit meinen Namen zu schreiben^^). Gestern gab es eine kleine, aber für mich tolle Sache. Ich stand grade in der Küche beim Abwasch vom Abendessen und Pip schrieb mit ihrer Mum Namen an ihre kleine Tafel. Folgender Dialog: "I'm writing down the names of our family, Mum!" "Who is in our family, Pip?" "Mummy...Daddy...Hannah...Jess and me!"
Awww. Why, thank you, Pip. Ich versuche mich an die süße Szene zu erinnern, wenn du das nächste Mal auf stur schaltest ;-)